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Der Mäuseschrank war fertig. Für meine 14 kleinen Mitbewohnerinnen stand also ein Umzug an. Bisher hatten sie ein zweckentfremdetes, viel zu enges Aquarium bewohnt (in dem natürlich kein Wasser drin war). Und jetzt wartete eine umgebaute Ikea-Vitrine als neues Mäusedomizil auf sie. Fünfstöckig. Mit Aussicht und allem Pipapo.

Wenige Wochen zuvor war ich dem Hilferuf eines ehemaligen Kommilitonen gefolgt: Er hatte sich einige weibliche türkische Stachelmäuse von der Zoologischen Staatssammlung mit nach Hause genommen. Was er nicht wusste: Nicht alle Mäuse in seiner Obhut waren tatsächlich Weibchen. Das Ergebnis war einige Monate später ein vollkommen überfüllter Käfig (und überforderter Kommilitone) mit jetzt 53 Bewohnern und Bewohnerinnen.

Vierzehn kleine türkische Mäusedamen nahm ich also meinem Kollegen zur Erleichterung ab... und um sie vor dem Schlangentod zu retten, der ihnen ansonsten gedroht hätte. Als Übergangswohnung, bis ihr Haus fertig war, diente das schon erwähnte Aquarium. Und jetzt war es an der Zeit, dass die 14 Stachelmäuse ihr neues Heim beziehen.

Türkische Stachelmäuse sind sehr scheu, unglaublich wendig und schnell. Sie können sehr gut klettern und springen. Die 14 Tiere aus dem zirka zwei Metern langem Aquarium heraus zu angeln und in den Ikeaschrank zu setzen, war also alles andere als eine einfache Aufgabe.

Was für mich lediglich eine etwas kompliziertere Probe meiner Geschicklichkeit war, musste auf die Mäuse wirken, als hätte ihr letztes Stündlein geschlagen. Dementsprechend hektisch und aufgeregt rannten sie in dem Aquarium hin und her und durcheinander. Es herrschte Chaos, als der Umzug begann. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Ein großes, hautfarbenes Etwas griff nach mehreren ungeschickten Versuchen eine Artgenossin heraus. Diese Maus war dann verschwunden, aber der weiße Greifer kam zurück, um die nächste zu holen.

Je mehr Mäuse ich erfolgreich in den Schrank verfrachtet hatte, umso nervöser und hektischer wurden die Verbliebenen im Aquarium – und desto mehr Platz hatten sie, um meinen Zugriffen auszuweichen. Ich hatte sogar alles Inventar ausgeräumt, um die Mäuse einfacher fangen zu können. So war es mir gelungen, die drittletzte Maus zu erwischen. Der Transfer zum Ikeaschrank war übrigens ebenfalls eine heikle Sache: Die Mäuse – blind vor Angst – versuchten alles, um frei zu kommen. Es hätte gut passieren können, dass eine gefangene Maus im hohen Bogen aus der Hand ins Zimmer springt. Eine solche Maus bekommt man im schlechtesten Fall erst nach einigen Stunden Jagd wieder zu fassen. Doch auch die zwölfte Stachelmaus landete sicher im Schrank.

Als ich mich wieder dem Aquarium zuwendete, herrschte dort Totenstille. Die zwei letzten Mäuse hatten sich in einer Ecke des Aquariums dicht aneinander gedrängt. Ihre zitternden Körper lagen so übereinander, dass sie fast wie ein kleines Ying und Yang Symbol aussahen. Die Augen in Richtung Glaswand gerichtet. Schicksalsergeben. In Erwartung des unheilbringenden Greifers.
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Ohne größere Zwischenfälle sind vor zwei Jahren alle 14 Stachelmäuse in den Ikeaschrank umgezogen.


Stachelmäuse? Hab ich ja noch nie gehört. zum Wikipediaartikel

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