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Plattenkritik

Bisher besprochene Platten
Modest Mouse - We were dead before the ship even sank (November 2007)
Hot Chip - Made in the dark (Februar 2008)
Nick Cave & The Bad Seeds - Dig!!! Lazarus Dig!!! (März 2008)
The Kills - Midnight Boom (März 2008)
Portishead - Third (April 2008)


Aktuelle Besprechung (März 2008)

The Kills - Midnight Boom


Auf die Zwölf!

„Wow, was war das denn?“ Ein schwarzes, eckiges und lautes Etwas bricht um die Ecke. Packt, schüttelt einen. Lässt eine gute halbe Stunde nicht mehr los. Dann ist es weg und man steht mit zerzausten Haaren und derangierter Kleidung wirr blickend da. Aber geil wars schon.
So fühlte ich mich, als Midnight Boom, das neue Album von The Kills, das erste Mal durch meine Anlage gelaufen war. Minimalistisch, knackig krachender Rock ‚n’ Roll vom Allerfeinsten. Mit einer klitzekleinen Prise elektronischer Beats. Gleich die ersten drei Songs der CD sind lupenreine Hits. Klar, die Single U.R.A. Fever: sehr gut. Aber, ja, es geht auf dem Album sogar noch besser. Wie wärs zum Beispiel mit dem Tape Song? Das Duo Alison Mosshart und Jamie Hince (der sich übrigens mit Pete Doherty als Freund von Kate Moss abwechselt) hat ein überragendes Album hingelegt. Es kracht und rockt an allen Ecken und Enden. Eingängige Beats und Hooklines an allen Orten. Heiß und flirrend. Die meiste Zeit eher düster. Und schnell. Eine erste Verschnaufspause gibt’s erst mit Lied sieben. Zuvor aber noch das unglaubliche Hook and Line. Wenn das in der Disco läuft MUSS jeder Indiemusikfan auf die Tanzfläche. Ansonsten hat er ein körperliches Gebrechen oder irgendwas anderes stimmt nicht mit ihm. Bass. Schepper. Gitarrenbrett. Empfehlung an alle DJs: Lasst einfach das ganze Album durchlaufen. Ihr habt Pause und eine volle Tanzfläche. Songs acht bis elf sind dann noch mal im fünften Gang unterwegs. Hervorzuheben ist hier Alphabet Pony. Bevors mit Goodnight Bad Morning dann doch einen ruhigen Ausklang gibt.
Allen Freunden von alternativer Musik die auch gerne mal auf schnellen, kantigen Rock ‚n’ Roll so richtig die Sau rauslassen wollen, sei Midnight Boom wärmsten ans Herz gelegt. Für mich bis jetzt ganz klar das beste Album 2008. Wenns bei der neuen Nick Cave Platte noch hie und da nach Altherrenrock roch, ist Midnight Boom moderner Rock ‚n’ Roll, wie er klingen soll. Einzig: Die CD ist zu kurz. 33 Minuten sind einfach zu wenig für so gute Musik. 4 ½ Punkte.


Bandhomepage Hörprobe
(Hook and Line)
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