Leute, die auf ökologisch korrekte Ernährung achten sind unentspannte Erbsenzähler? Bio ist was für grüne Spinner? Die Nudeln sind braun und das Knäckebrot besonders staubig?
Diese Klischees gehören eigentlich schon fast der Vergangenheit an. Nicht zuletzt wegen Firmen wie Ben & Jerry's, die erstklassige Schlemmerprodukte für den ökorrekten Winterspeck herstellen.
Werbespot von Ben & Jerrys. Vorsicht und alle Sinne sammeln: Viel Info in einer halben Minute.
Bei Eissorten mit Namen wie „Chunky Monkey“ oder „Vanilla Toffee Crunch“ von einem Hersteller aus den USA
denkt man nicht gerade an Fairtrade Produkte, glückliche Milchkühe oder Eier von freilaufenden Hühnern.
Doch genau das bietet die amerikanische Eiscremefirma Ben & Jerry's.
Die „Ben & Jerry's Homemade Inc.“ wurde 1978 in einer Tankstelle in Burlington Vermont/USA von den zwei
Hippies Ben Cohen und Jerry Greenfield gegründet. So kam es also auch zum Namen der Firma.
Das Besondere an Ben & Jerry's: Genau wie Haägen Dasz bietet das Unternehmen kalorienstarke Eisbecher der (preislichen) Luxusklasse.
Lecker sind sie und die Kalorien schmeckt man förmlich heraus. Das Plus: Ben & Jerry's wirtschaftet in vielerlei Hinsicht nachhaltig.
So äußert sich der Hersteller auf seiner Homepage zu seiner Produktphilosophie: Respekt vor der Umwelt und unserer Erde steht
bei all unseren geschäftlichen Unternehmungen seit jeher im Vordergrund.
2003 hat Ben & Jerry's das sogenannte
„Caring Dairy Programm“ ins Leben gerufen. Dabei beinhaltet die Inititive im Kern eine enge Zusammenarbeit zwischen Ben & Jerry's,
niederländischen Milchbauern (aus den Niederlanden kommt anscheinend die Milch für die europäischen Ben & Jerry's Produkte) und den
Milchlieferanten. Unterstützt wird die Zusammenarbeit vom WWF und Experten der Universität Wageningen. Ziele: „ständig Verbesserungen
der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Milchproduktion“. Artgerechte Haltung spielt dabei auch eine wichtige Rolle.
So kommen zum Beispiel auch die (im Eis reichlich enthaltenen) Eier von freilaufenden Hühnern aus den Niederlanden.
Die Firma unterhält zudem ein umfassendes Faitradeprogramm: Bananen kommen zum Beispiel von einem Kleinbauernzusammenschluss aus Ecuador.
Fair gehandelter Kakao kommt aus der Dominikanischen Republik. Drei von den über zehn Eissorten haben sich dementsprechend auch das Fairtrade
Logo verdient:
Chocolate Macadamia, Chunky Monkey und Vanilla Toffee Crunch. Aber es sind eben nur drei der momentan 18 (auf der deutschen Seite) angebotenen Sorten.
Und zertifiziertes Bioprodukt ist keine der Eissorten. Warum das Biosiegel fehlt, wurde mir erfreulich ausführlich per Email von Ben & Jerry's
beantwortet. Hier nachzulesen.
Ben & Jerry's gibt zudem an, in Europa seit 2007, das Eis klimaneutral herzustellen. Ben & Jerry's wurde bereits im Jahr 2000 an den Konzern Unilver verkauft.
Der Eishersteller kommentiert das selbst auf der eigenen Homepage.
Aprospos Webseite: Die ist sehr liebevoll gestaltet und informiert umfassend über Eissorten und Firmenphilosophie.
Ben & Jerry's ist ein klasse Beispiel, wie leckeres Essen, modernes Firmenauftreten, Fairtradeprodukte und der Biogedanke zusammengehören können.
Obwohl es natürlich mehr als drei Fairtrade-Eissorten sein könnten. Aber der Hersteller kann sich ja noch weiterentwickeln. Ich finde trotzdem, dass die Marke unterstützt werden sollte.