Dass die Pharmaindustrie bei der Erforschung von neuen Wirkstoffen Tierversuche einsetzt, ist jedem klar. Aber Zigaretten und Tierversuche? Ja, auch hier gibt es einen Zusammenhang. Nach meinem Kenntnisstand machen es alle großen Tabakkonzerne. Auch die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe der in unseren Kreisen so beliebten Gauloises beruht auf Erkenntnissen aus Tierversuchen. Die diesbezüglich bekannten Tierversuchsmethoden sind grausam. So wird auf indymedia.org beschrieben:
„Beispielsweise wird Hunden durch ein Loch in der Kehle über Monate hinweg konzentrierter Zigarettenrauch in die Lunge transportiert, um Langzeitfolgen des Rauchens zu untersuchen. Um auch die Auswirkungen auf die Sexualität zu analysieren, werden zusätzlich Elektroden in die Penisse der Hunde eingeführt.
Föten schwangerer Affen werden mit Nikotin vergiftet, um sie dann kurz nach der Geburt zu töten und ihre Lungen zu untersuchen.
Bei anderen Versuchen mit Affen werden sie auf Stühlen fixiert und die Wirkung von Nikotin auf ihre Atmung untersucht. Aber auch andere Tiere wie Ratten und Mäuse müssen den Rauch inhalieren. Dafür bekommen sie Masken aufgesetzt, die sie zwingen, permanent zu "rauchen".
Ein bemerkenswertes Detail ist folgendes:
Die Tabakindustrie stritt jahrelang ab, dass Rauchen Lungenkrebs fördert. Warum? An Mäusen wurde untersucht, wie sich der Zigarettenrauch auf Lungengewebe auswirkt. Man kam zu keinem negativen Ergebnis. Mäuse entwickeln in der Regel keinen Lungenkrebs, nachdem sie Zigarettenrauch ausgesetzt wurden. Damit war für die Tabakindustrie bewiesen, dass Rauchen nicht kanzerogen ist. Das zeigt, wie wenig Tierversuche manchmal auf das menschliche Modell übertragbar sind.
Dem Raucher, der weiterhin seinem Laster fröhnen will, aber solche Tierversuche nicht unterstützen will, bleibt nur der Umstieg auf tierversuchsfreie Zigaretten. Da gibt es meines Wissens nach nur einen Anbieter:
American Spirit.
Probierts mal aus und ihr werdet sehen, wie sehr am Tabak in herkömmlichen Marken rumgefingert wird. American Spirit brennen halb so schnell ab, weil keine Brandbeschleuniger enthalten sind. Die gelbe American Spirit Sorte hat genau wie die roten Gauloises 0,6mg Nikotin und 2mg weniger Teer. Sie raucht sich aber vom Gefühl her wie deutlich stärkere Zigarettenmarken. Weil keine Stoffe drin sind, die die eigentliche Unverträglichkeit des Rauches maskieren. Zucker erzeugt zum Beispiel einen weicheren Geschmack. Wobei Zucker noch eine der harmloseren Zutaten ist. Aber auch alle anderen, wesentlich bedenklicheren Zusatzstoffe: getestet an Tieren.
Allerdings habe ich gerade erfahren, dass der kleine Hersteller der American Spirits, Santa Fe Natural Tobacco Co von einem aggressiven „Heuschreckenunternehmen“, der RJR Holdings, Inc übernommen wurde. Die betreiben shareholder value mit radikalen Konsequenzen wie Mitarbeiterentlassungen etc. Es gibt also immer auch die negative Seite.
Ich schaffe es auch nicht immer, die American Spirit zu kaufen. Wenn es beim Weggehen spät abends ist, werfe ich auch gerne mal meine Euros in den Automaten und ziehe mir die Gauloises. Aber man sollte doch versuchen, möglichst oft die tierversuchsfreien Zigaretten zu erwerben.