Klimagipfel in Kopenhagen


Dann machen wirs eben selbst!
Eine Serie, Teil 1


Der Klimagipfel in Kopenhagen ist glorreich gescheitert. Manche sagen, die Politik habe schon fast auf peinliche Art und Weise versagt. Katastrophe! Wirklich? Liegt nicht in der Weltbevölkerung selbst ein unglaubliches Potential, die Klimawende zu schaffen? Jeder kann im Kleinen damit anfangen. Und so könnte es losgehen...
Es muss nicht immer Atom sein: Wasserkraftwerk an der Isar.
© Wikimedia Commons, Richard Bartz
Die Basis des weltweiten Einsatzes für das Klima wird größer: Mahnwache am vergangenen Samstag.
© AVAAZ.org
Eine ziemlich bequeme Möglichkeit, um die eigene Klimabilanz gehörig aufzubessern: Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter. "Aber das ist doch teuer!"
Diesen Einwand kann ich aus eigener Erfahrung entkräften. Seitdem ich in der Chiemgaustraße wohne, beziehe ich den Ökostrom M-Natur der Stadtwerke München. 100 Prozent Strom aus Kraftwärmekopplungsanlagen ( was ist das eigentlich?), Sonnen-, Wind-, Wasser- oder Biokraftanlagen. Und Ende Dezember kam dann die Stromrechnung für das erste halbe Jahr in meiner neuen Wohnung:

Verbrauch: 435 kWh
Kosten: 140 Euro
Davon Ökostromzuschlag: 6,66 Euro


Das heisst, ich habe im ersten halben Jahr durchschnittlich etwas mehr als einen Euro pro Monat dazu gezahlt, damit mein Strom öko ist. Überraschend wenig. Man mus natürlich dazusagen, dass ich in einem Ein-Mann-Haushalt auf 26 Quadratmetern wohne. Bei größeren Wohnungen verhält es sich da nicht mehr ganz so günstig. Trotzdem schießt er nicht in die schwindelerregenden Höhen, wie man landläufig vielleicht denkt, der Ökostrom. Die Anmeldung bei den Stadtwerken München ist zudem einfach und unkompliziert. Man muss nicht viel mehr machen, als ein Onlineformular ausfüllen .
Wer etwas genauer über das Angebot Bescheid wissen will, findet hier alle nötigen Informationen .

Ein Jahr Ökostrom spart bis zu zwei Dritteln an CO2 gegenüber konventionellem Strom ein. Eine Ersparnis von über 650kg CO2. Der jährliche Pro-Kopf-CO2-Ausstoss in Deutschland beträgt zirka 10 Tonnen.

Den Zuschlag von 1,53 Cent pro Kilowattstunde verwenden die Stadtwerke übrigens, um weitere Anlagen zur Erzeugung von regenerativen Energien zu bauen.

Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter als wirksames Werkzeug, um mittels zielgerichteten Konsums auch gegen die großen Energiekonzerne wie e.on oder Vattenfall, die immer noch auf Kohle- und Atomstrom setzen, ein Zeichen zu setzen. Und sie langfristig zum Umdenken zu zwingen.

Dass es für ein Wandel, hin zu klimafreundlicherem Verhalten mittlerweile eine große Basis gibt, hat eine Petition der Organisation AVAAZ gezeigt. In dieser wurden die teilnehmenden Politiker des vergangenen Klimagipfels zu ambitionierten und verbindlichen Abschlüssen in Kopenhagen aufgefordert. Über 13 Millionen Menschen haben diese Online-Petition unterschrieben.

Und da der Wechsel zu einem Ökostromanbieter zwar sehr lobenswert, aber nicht der alleinige Schlüssel zur Rettung des Klimas ist, wird es eine ganze Serie mit dem Namen Dann machen wirs eben selbst! geben. Das war Teil 1.

Abschlißend würde es mich freuen, wenn ihr unten in den Kommentaren reinschreibt, was ihr schon so alles für den Klimaschutz macht oder um was es sich in den kommenden Teilen der Serie drehen könnte oder sollte.

Natürlich sind nicht alle Besucher auf wanderingrocks.de aus München. Aber vielleicht bieten andere Stadtwerke ja ähnliche Stromabos an. Im Folgenden auf alle Fälle noch Links zu einigen bundesweiten Ökostromanbietern.

Greenpeace energy
naturstrom
Lichtblick

23. Dezember 2009


Leser-Meinung
Klimaschutz selber machen?
Quelle: Klima Sparbuch München 2010, oekom Verlag, München 2009
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Ein Eisberg?