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Wenn das Bio-Schnitzel zum guten Ton gehört
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Öko und Indiepopkultur passen zusammen. Sehr gut sogar! Das wird bei einem Besuch der Südstadt in München klar
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Alles selbstgemacht: Ambiente in der Südstadt. |
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Alles Bio: Menü in der Südstadt mit Lammsbräu und Schnitzel. |
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Und so gehts zur Südstadt: Ein Klick führt zur Google-Maps-Karte. |
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Infokasten Südstadt:
Thalkirchnerstr. 29
80337 München
Tel.: 089 - 7250152
www.suedstadt-muenchen.de
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Dutzende von Titelseiten des New Musical Express sind an die rote Wand tapeziert. Hie und da mischt sich eine Schlagzeile des Melody Makers darunter; oder das Plakat eines Rock-Festivals aus längst vergangenen Zeiten. Liebevoll ist sie eingerichtet: die Südstadt. Bereits nach wenigen Augenblicken im schummrigen Licht wird klar: Hier hat die Indiemusikszene Münchens ein gemütliches Zuhause gefunden. Die Kneipe mit Clubatmosphäre ist auch „dafür berüchtigt, gute Konzerte abzuliefern“ verkündet Gerd Pantner, Inhaber der Südstadt, mit Stolz in der Stimme.
Noch kein reiner Bioladen
Mit ebensoviel Stolz kann er auf die Bio-Speisekarte der Südstadt verweisen: Nachhaltige Kunden bestellen sich das Lammsbräu Urstoff hell. Für Weinliebhaber gibt’s einen Bio-Rotwein aus Frankreich. Diverse Tees aus ökologischem Anbau und die Bionade gehören längst zur Grundausstattung eines „grünen“ Getränkeangebots. Für das Schnitzel „Wiener Art“ wird ausschließlich Fleisch von Naturland aus dem Chiemgau in Oberbayern verwendet. Bei Bedarf wird das Schnitzel auch in Streifen geschnitten und auf dem Südstadt Salat kredenzt. Konventionelle Speisen und Getränke sind ebenfalls im Angebot. Für die Currywurst und das Chilli con Carne wird aus Kostengründen kein Bio-Fleisch verwendet.
Die Kneipe im Schlachthofviertel Münchens wurde im Jahre 1993 als Familienbetrieb gegründet. Längst gilt sie als Institution in der Musikszene der Stadt. Im Gespräch merkt man Gerd Pantner schnell an, wie sehr ihn die Musik begeistert. Der bekennende Velvet Underground Fan schätzt auch hippe Newcomer der heutigen Indieszene wie Iron and Wine oder die Sons & Daughters.
Ekel vor den Fleischtruhen
Der Besitzer der Kneipe ist nicht nur begeisterter Musikliebhaber sondern auch Überzeugungstäter in Sachen Öko-Produkte. Seit dem Jahr 2000 kommen nur noch Bio-Eier und Bio-Schweinefleisch in die Küche der Südstadt. Auslöser für die Umstellung war zum einen die damalige BSE-Krise und zum anderen die immer wiederkehrenden Bilder aus den Massentierhaltungen. Gerd Pantner erinnert sich, dass er sich irgendwann einfach „geekelt habe, in diese Fleischtruhen zu greifen und massenhaft verpackte Putenbrust [oder anderes Fleisch] rauszutun und das zu verkaufen.“ Er will seine Produkte mit einem guten Gefühl anbieten können.
Ökotourismus im Schlachthofviertel
Und wie kommt das Angebot bei der Kundschaft an? Für etwa die Hälfte der befragten Gäste spielt es keine Rolle, dass man in der Südstadt Ökoschnitzel verzehren und Bio-Bier trinken kann. Manche entscheiden sich auch schlicht für das billigere Produkt (bsp. 2,90€ für herkömmliches und 3,30€ für das Bio-Bier). Andererseits gibt es einen regelrechten Ökotourismus. Einige Leute kommen bewusst wegen dem Bio-Angebot. Denn man hat doch ein „viel besseres Gewissen dabei“, Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung zu essen, sagt der DJ des Abends dazu.
Gerd Pantner spielt derzeit mit dem Gedanken, in der Südstadt gänzlich auf Fleisch zu verzichten und auf Soja umzusteigen. Dazu müsste jedoch die ganze Art des Kochens um- und ein neuer Koch eingestellt werden.
Bis es dazu kommt, bleibt die Südstadt auf jeden Fall eine absolut empfehlenswerte Kneipe.
Nach dem Verzehr des leckeren Schnitzels bestellt man sich ein Ökobier. Man lehnt sich zurück, lauscht der Musik und studiert die unzähligen Schlagzeilen aus der Popmusik an den Wänden etwas genauer. Gäste mit weniger Sitzfleisch können ihr Glück am Kickertisch oder an der Dartscheibe probieren. Kurzum: man verbringt einen wunderbaren Abend.
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Leser-Meinung
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Südstadt, gute Kneipe?
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